Aeskulapnatter in Kroatien

Creepy Crawlies,Europa,Tierbeobachtungen

Auf nächtlicher Pirsch in Kroatien – Kleingetier in Sukošan 2

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich euch von unserem Kroatienurlaub berichtet und beschrieben, dass „Taschenlamping“, das nächtliche Absuchen eines Biotops nach nachtaktiven Kleintieren, ein Hobby ist, mit dem wir unsere Urlaube sozusagen bio-exkursiv aufpeppen. Auch in diesem zweiten Teil sind wir spätabends nach Sonnenuntergang unterwegs in Sukošan, einem kleinen Badeort in Kroatien, südlich von Zadar. Die Hitze des Tages ist einer lauen, angenehmen Wärme gewichen und wir befinden uns am Stadtrand, mit unseren Lampen die äußeren Straßen, Wege und Campingplätze durchstreifend. Schon bald finden wir die ersten interessanten Studiensubjekte…

Da ist was im Busch

Grüne Strauchschrecke Eupholidoptera chabrieri

Grüne Strauchschrecke Eupholidoptera chabrier

Kann man so etwas wie eine Lieblingsheuschrecke haben? Klar kann man das! Meine ist diese hier, die grüne Strauchschrecke. Der Grund ist ein ganz persönlicher: Wie im ersten Teil dieses Artikels schon berichtet, verbinden mich mit Kroatien Kindheitserinnerungen, die ich im fortgeschrittenen Alter – ich gebe es zu – etwas romantisiere. Was mich als Kind auf unseren Reisen über die Alpen so beeindruckt hat, war der Wechsel der Fauna und die mir fremden Tiere, die ich entdecken konnte. Beim Stöbern in den das Dorf Sukošan umgebenden Gärten, Hecken und Feldern fiel mir ein unbekanntes Geräusch auf: Ein schneidend-hochfrequentes, aber sehr kurzes Zirpen: “Zzzt!” Pause. “Zzzt!” Pause… So ging es in einem fort. Den Urheber hatte ich bald ausgemacht: Eine ungewöhnlich große, ungewöhnlich hübsche und irgendwie tropisch anmutende Langfühlerschrecke. Man sollte meinen, dass ein Tier, das in leuchtendem Textmarker-Grün, welches mit apartem Schwarz kontrastiert, glänzt, sollte leicht zu erspähen sein. Mitnichten! Im Gestrüpp ist die Strauchschrecke hervorragend getarnt. Außerdem hat sie die Angewohnheit, bei Annäherung in plötzliches Schweigen zu verfallen und sich vom Betrachter weg um den Ast herum zu drehen, so dass sie noch schwerer zu finden ist. Ganz schön clever für so ein Schreckchen.

Fünfundzwanzig Jahre später will ich dieses hübsche Tier auf meiner aktuellen Reise natürlich wiederfinden und tatsächlich vernehme ich ziemlich oft sein typisches Zirpsignal. Aber das Finden und Fangen ist noch schwieriger als damals. Vielleicht erzeugt mein schwerer Schritt inzwischen mehr Vibration und ich mache zu viel Lärm beim Gehen. Langfühlerschrecken hören nämlich ausgezeichnet, und zwar – wie man inzwischen weiß – mit einer zum Hörorgan umgebildeten Trachee direkt am Körper.
Spannende Details zum Gehör der Langfühlerschrecken entnehmt bitte dieser außerordentlich spannenden Arbeit von Prof. Dr. Andreas Stumpner, der sich auf die Neurologie und Verhaltensbiologie hörender Insekten (Ist es nicht wunderbar, was es alles gibt?) spezialisiert hat.
Ein weiteres ziemlich unangenehmes Hindernis zwischen mir und Eupholidoptera chabrieri sind Dornen. Das Tier sitzt -zumindest hier in Kroatien- fast ausschließlich in Brombeerhecken, und mir schwant der Verdacht, dass die kontrastreiche Färbung eine Anpassung an diesen Lebensraum sein könnte: Wenn man so eine große Hecke anschaut, dann sieht man vor allem das leuchtend helle Grün der Dornenzweige und Blätter, aber auch die lichtlosen Lücken dieses sehr dichten und undurchdringlichen Gestrüpps.

Will man also eine Grüne Strauchschrecke fangen, stellen sich mehrere Herausforderungen: Man muss das Tier erst einmal finden, indem man dem Zirpen folgt. Man muss sehr leise sein und leicht auftreten. Man muss sich sehr langsam bewegen und man darf dabei nicht an den dornigen Ausläufern der Hecke hängen bleiben. Was soll ich sagen? Ich hatte bisher auf ganzer Linie versagt und wurde grundsätzlich ausgetrickst: Sobald ich geglaubt hatte, nah genug dran zu sein und mit der Lampe in die Hecke geleuchtet hatte, war das jeweilige Tier plötzlich still und verschwunden.
Doch gestaltet sich die Sache am Ende viel einfacher als gedacht, denn ich hätte mir die Mühe auch sparen können: Die Viecher kommen nämlich zu uns. In feuchten Nächten, auf nicht ganz so von der Tageshitze aufgeheizten Gartenwegen (mit möglichst viel Grün drumherum) sitzen sie, auch auf diesem Spaziergang, einfach auf dem Asphalt herum. Dort leuchten sie regelrecht im Schein der Taschenlampe und lassen sich einfach vom Boden pflücken. Bei einer solchen Gelegenheit ist dann auch das obige Foto entstanden. Für unsere Fotozwecke ganz praktisch ist die Tatsache, dass alle Spezies der Gattung Eupholidoptera flugunfähig sind. Man kann die rückentwickelten Flügelchen auf dem obigen Foto nicht wirklich erkennen, weil sie im Schatten des verlängerten Halsschildes liegen, aber sie sind wirklich sehr klein. Spannend ist auch die Frage, warum diese Insekten ihre schützenden Hecken verlassen, um dann auf der Straße zur leichten Beute von Schuhen, Katzen oder wohlgesinnten Insekten-Fans wie mir zu werden. Es gibt zwei Gründe für dieses Verhalten: Zum einen begeben sich die Strauchschrecken auf Partnersuche. Insbesondere die Männchen zirpen in den Büschen und lassen sich vom Weibchen besuchen. Der zweite Grund ist Nahrungsaufnahme. Die Grüne Strauchschrecke ist, wie die meisten Langfühlerschrecken, carnivor und ernährt sich vor allem von anderen Insekten. Hierbei macht sie auch vor Aas nicht halt und wer einmal in den ländlicheren Gegenden Kroatiens unterwegs ist, wird im Schein der Straßenlampen mehr als einen toten Falter oder zertrampelten Käfer finden. Die Strauchschrecken patrouillieren die Wegesränder also auch auf der Suche nach einem kleinen Snack. Und da es ja Nacht ist, ist das wohl für die Tiere auch halbwegs sicher genug, dies zu riskieren.Mehr zu dieser schönen Langfühlerschrecke nebst einigen Soundbeispielen findet ihr im Eintrag zur Spezies auf Ordoptera.ch.

Auf der Mauer, auf der Lauer…

Äskulapnatter Zamenis longissimus Syn.: Elaphe longissima

Aeskulapnatter

Die folgende Begegnung gehört zu den Schönsten, die ich nicht nur in dieser Nacht, sondern überhaupt während unseres gesamten Urlaubs in Kroatien machen durfte. Eigentlich sind wir bereits ziemlich müde und haben vor, unseren kleinen Spaziergang demnächst zu beenden, aber ihr kennt das ja: “Komm, nur noch diesen kleinen Weg da drüben, der sieht interessant aus!” Mehrere kleine Wege später habe ich Birte alleine an einer Kreuzung zurück gelassen, sie hat selber etwas Spannendes gesehen und mich – shuuh shuuh! – schon mal weiter geschickt um zu kundschaften. Ich kundschafte also brav vor mich hin und zum Dorfrand hinaus, vorbei an üppig mit Wein und Rabatten kultivierten Gärten, als ich auf der niedrigen Steinmauer neben mir eine Bewegung wahrnehme. Wow, eine Schlange!

Leider sind Schlangen in Deutschland inzwischen zur Rarität geworden. Deshalb löst alles, was sich in der Wildnis schlängelt, bei mir sofort Entzückungszustände höchster Natur aus. Leider kann ich das von der Schlange in Bezug auf mich nicht behaupten, denn sie sieht mich und beginnt sofort, die andere Seite der Mauer hinunter zu gleiten. Eine sehr lange, schmale und einfarbige Gestalt, ein schmaler, direkt in den Hals übergehender Kopf, große runde Augen: der prüfender Kennerblick sagt mir, dass dies eine Natter sein muss und somit keine der beiden in Kroatien häufigen Giftschlangen Kreuzotter Vipera berus und Hornotter Vipera ammodytes. Die ebenfalls leicht giftigen Nattern-Vertreter der Katzennatter Telescopus fallax und Eidechsennatter Malpolon monspessulanus sind wiederum sehr selten und sehen auch ganz anders aus, so dass ich mich bei einer Interaktion mit diesem Tier nicht in Gefahr wähne. Somit beschließe ich, das flüchtende Tier zu fangen, um es mir genauer ansehen zu können.
Gesagt getan: Einige schnelle Handgriffe später spaziere ich mit einer kleinen Schlange im Arm zurück zur Kreuzung, wo Birte gerade (trotz latenter Spinnenphobie) eine große Tarantel fotografiert und nicht schlecht staunt.

An dieser Stelle eine Bitte: Macht das nicht nach. Ich besitze nicht nur ausreichende Bestimmungskenntnisse und gerate somit nicht versehentlich an die falsche Art, ich habe auch jahrelange Erfahrung im Handling von Schlangen und kann anhand der Körpersprache der Tiere erkennen, wann sie gestresst sind und wann nicht. Dem nicht herpetologisch beschlagenen Wanderer rate ich, die Schönheit von Schlangen aus respektvoller Distanz zu genießen.

In diesem Fall gelingt es mir sehr schnell, das Tier zu beruhigen und fast sofort betrachtet es mich nicht mehr als Fressfeind, sondern wohl eher als einen etwas sonderbar riechenden Kletterast. Weder Abwehrbisse noch das furchbar stinkende Sekret aus den Analdrüsen bekomme ich zu spüren. In den nächsten Minuten posiert sie für uns für einige Fotos, die allerdings notgedrungen unscharf ausfallen müssen: Die Schlange mag nämlich kein Licht, schon gar nicht das meiner taghellen Taucher-LED. Den Blitz will ich erst recht nicht benutzen, um die empfindlichen, an die nachtaktive Lebensweise der Schlange angepassten Augen nicht zu schädigen. Wie würdet ihr euch fühlen, wenn man des nachts in eure geweiteten Pupillen blitzt? Also nehmen wir murrend hin, dass der Autofokus surrt und surrt, aber lieber meine große Nase anstatt die kleine Schlange scharf zu stellen sich geruht. Für den manuellen Fokus ist die Situation leider auch nicht die richtige, denn wir wollen das Tier nicht unnötig lange von seinen Jagdplänen abhalten.

Aeskulapnatter in KroatienWas wir aber tun können ist, sie uns eine kurze Weile ganz genau anschauen. Einfarbig olivgrün ist sie (das Foto übertreibt die Farbe schamlos, weil die Straßenlaterne ein sehr seltsames Licht abgibt) und tatsächlich eine Natter. Mit einem sehr glatten, runden und irgendwie niedlich aussehendem Kopf, ohne die stark hervortretende Supraokulare (Überaugenschilder) der ebenfalls grünen Eidechsennatter. Da gibt es in Kroatien nicht viele Möglichkeiten, das kann nur eine Äskulapnatter sein und ja: die gibt es auch in grün. Allerdings eine ziemlich junge noch, denn diese Art gehört mit einer stattlichen Länge von bis zu 200 cm zu den längsten Schlangen Europas. Unsere Kandidatin (ich verwende das Femininum hier nur weil es die Schlange heißt, ihr wahres Geschlecht ließ sich nicht bestimmen) ist also bestenfalls noch ein Grundschulkind. Ich schätze sie auf vielleicht anderthalb bis zwei Jahre, wobei das Wachstumstempo bei Schlangen stark vom Nahrungsangebot bestimmt wird. Diese Schlangenart ist nach der römischen Variante (Aesculapius) des griechischen Gottes Asklepios benannt und der Schlangenstab ist auch heute noch ein weit verbreitetes Symbol… denkt also an diesen Artikel, wenn ihr das nächste Mal eine Apotheke seht! Allerdings ist die Schlange im Äskulap-Stab keine explizite Äskulapnatter, vielmehr wurde die Spezies nachträglich mit der göttlichen Legende assoziiert.

Die Äskulapnatter ist ein primär mediterran verbreitetes Tier, doch gibt es sie auch (noch, muss man leider schreiben) in Deutschland. Man spricht hierzulande von sogenannten “Reliktvorkommen”, ein Begriff, welcher genauso traurig gemeint ist, wie er klingt. Diese Reliktvorkommen, sind allerdings nicht alleine auf unserem Mist gewachsen, vielmehr war die Äskulapnatter einst in wärmeren Zeiten in ganz Europa verbreitet und wurde dann durch eine lange andauernde Abkühlung des Weltklimas an das Mittelmeer zurück getrieben. Die restlichen Vorkommen in Deutschland sind somit gleichzeitig isolierte Wärmeinseln. In Kroatien kommt sie dagegen noch flächendeckend, wenn auch nicht häufig vor. Sie ist ein Nahrungsopportunist und frisst alles, was sie überwältigen kann. Das ist angesichts ihrer Größe eine ganze Menge: Nagetiere, Maulwürfe, Eichhörnchen, Amphibien, Vögel und sogar andere Schlangen. Bei der Größe, die wir nun in den Händen hielten, dürfte das Beutespektrum allerdings deutlich kleiner ausfallen: Junge Nestvögel, Babymäuse oder kleine Eidechsen könnten passende Happen abgeben. Äskulapnattern jagen „auf Sicht” und per Geruchssinn. Einen Wärmesinn wie die Grubenottern besitzen sie nicht und wie alle Schlangen sind sie stocktaub. Ist der Schlange das Jagdglück hold, wird die Beute – mangels Giftzähnen – erdrosselt und am Stück verschlungen.

Nach einigen Minuten des Staunens ist es Zeit, unseren Gast wieder frei zu lassen. Da ich direkt beim Grundstück, an dessen Grenze ich die Schlange gefunden habe, bereits vorher schon eine Hauskatze bemerkt habe, beschließen wir, sie nicht exakt dort wieder auszusetzen, sondern suchen ihr ein schützendes Gebüsch aus. Wir hoffen, dass sie in dieser Nacht noch viele kleine Mäuse gefunden hat (sorry, Mäuse!) und schauen uns die Fotos noch immer gerne an… unscharf oder nicht.

IN der Mauer, auf der Lauer…

Fischernetzspinne Segestria florentina (Rossi, 1790)

Stell dir vor, du bist ein kleiner, niedlicher Heuhüpfer, alleine in der dunklen Nacht. Du bist müde und erschöpft und willst dich an jener hübschen Mauer dort ausruhen. Gerade eben hast du dir ein schönes Plätzchen zum Pennen ausgesucht und schüttelst dir dein Kopfkissen zurecht, als du mit deinem Fuß an einem flauschigen Seil hängen bleibst, dass über den Boden gespannt ist. Das Seil zittert. “Nanünana, was ist das denn?” ist der letzte Gedanke, den du fassen kannst, denn aus der Dunkelheit einer nah gelegenen Höhle stürzt ein riesiger schwarzer Albtraum aus Beinen, Haaren und Klauen auf dich zu…! *laute, dissonante Violinenmusik*

Ich selbst bin meilenweit davon entfernt vor Spinnen Angst zu haben: Nicht nur habe ich seit meinem zwölften Lebensjahr Vogelspinnen als Heimtiere mein Eigen genannt, ich schaue mir auch einheimische und tropische Arten gerne ganz aus der Nähe an. Zu diesem Zweck habe ich normalerweise auch keinerlei Skrupel, ein Tier einzufangen und zu berühren. Diese schlecht gelaunte Lady mit dem schönen lateinischen Namen (der deutsche Trivialname bezieht sich auf die ganze Familie und wird, da die Art unter Laien weitgehend unbekannt ist, nicht verwendet) stellt eine Ausnahme dieser Regel dar.
Denn Segestria kann ziemlich schmerzhaft zubeißen, wie ich als naiver Jüngling (siehe Einleitung) herausfinden durfte. Bei meinem ersten Versuch, ein dickes Weibchen aus seiner Wohnröhre zu locken, wurde ich einmal herzhaft gebissen. Die bis zu 4 mm langen Chelizeren durchdringen die Haut und das Gift soll laut Wikipedia Fieber, Schwindel und Kopfschmerzen zur Folge haben. Ich kann nur bestätigen, dass der Biss weh tut, außer einem leichten Prickeln rund um die Bissstelle habe ich damals keine Giftwirkung gespürt. Segestria ist eine für europäische Verhältnisse große Spinne. Alleine der Körper wirkt bereits sehr massiv und kann beim Weibchen deutlich über 20 mm messen. Dazu kommen kräftige, stark behaarte Beine (die ersten drei Paare sind nach vorne und nur das letze nach hinten ausgerichtet) und Respekt einflößende Beißerchen. Die Farbe ist, um den Creepyness-Faktor weiter zu erhöhen, ein samtiges Nachtschwarz mit grün schillernden Strukturfarben auf Carapax und Chelizeren.

Segestria florentina

Segestria florentina am Eingang ihrer Wohnröre lauernd. Foto: harachnerds.blogspot.com

Apropos Wohnröhre! Segestria bewohnt beiderseitig offene Gespinnströhren, die sie an Felswänden, in Steinhaufen und –im rural-urbanen Kontext – mit Vorliebe in alten Mauern errichtet. Normalerweise sieht man nur einen der beiden Ausgänge, nämlich den vorderen. Der hintere liegt irgendwo tiefer in der Mauer und dient als Hintertürchen bei drohender Gefahr von vorne. Vom Eingang aus ziehen sich Signalfäden strahlenförmig in alle Richtungen und geben dem Netz eine trichterartige Anmutung. Oft sitzen die Tiere direkt im Eingang und sehen dabei wie der Archetyp der lauernden Spinnen schlechthin aus (siehe Bild links).
Erbeutet wird alles, was so dumm ist, einen der Signalfäden zu berühren und klein genug ist, sich in die Wohnröhre ziehen zu lassen. In der Regel dürften dies „mauerlaufende” Gliederfüßer wie Heimchen, Spinnenläufer oder Asseln sein. Beachtet, dass die Spinne jeweils ein Bein auf einen Signalfaden gelegt hat: Das Tier ist ein lebender Mikro-Seismograph! Berührt die Beute eines der Stolperdrähte und erspürt die Spinne eine Vibration, stürzt sie in erschreckender Geschwindigkeit in Richtung der Signalquelle, packt die Beute und ist sofort mit ihr im Löchlein verschwunden.
Das wollen wir natürlich auch einmal sehen und kitzeln einen der Signalfäden mit einem Grashalm. Der Angriff erfolgt sofort und derart schnell, dass die Spinne einem verschwommenen Schatten gleicht. Man kann hören, wie sie knisternd in den Grashalm beißt und Birte entfährt (zu Recht) ein deutlich angegruseltes „Oh shit!”. Diese Lebensweise sowie die ganze Anmutung des Tieres erinnern ein wenig an die berühmt- berüchtigte Sydney-Trichternetzspinne Atrax robustus aus Australien, mit der sie jedoch nicht näher verwandt oder verschwägert ist.

 

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